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 17. JH.
Gründung
Klosterbau
Kirchenbau
30. J. Krieg
Loreto
Visitation
St. Josef
Anbau West
Bodenzinsen
100 ruhige Jahre
 GESCHICHTE
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21. Jh.

GRÜNDUNG

Gründung der Schwesterngemeinschaft Namen Jesu

Um die Beginensammlung in Solothurn im Sinn des tridentinischen Konzils zu reformieren, kamen auf Wunsch des damaligen Nuntius in Luzern Ladislao von Aquino Schwester Elisabeth Spitzlin mit zwei Mischwestern aus dem Kloster Pfanneregg nach Solothurn am 1. Mai 1609. Der Chorherr des Stifts St. Ursen Gregorius Pfau aus Baden gebürtig sollte diesen Reformprozess geistig betreuen.Die Solothurner Beginen im Haus zum Lämmlein gegenüber der Franziskaner Kirche hatten sich anfangs 1609 zur geplanten Neuerung bereit erklärt. Doch als sie nach Ankunft der Pfanneregger Nonnen begriffen, dass sie:
1. nicht mehr frei in der Stadt umhergehen sollten,
2. sich durch feierliche Gelübde für immer zu einem Leben in gänzlicher persönlicher Besitzlosigkeit, keuscher Ehelosigkeit und strengem Gehorsam verpflichten mussten und
3. täglich auf 7 Gebetszeiten verteilt das lange lateinische Stundengebet rezitieren sollten, lehnten sie eine solche Reform energisch ab, bis an eine einzige.

Nach kurzer Zeit jagten die Beginen die drei Pfanneregger Schwestern und ihre ungetreue Gefährtin aus dem Haus. Die Weggewiesenen mieteten schliesslich ein Haus an der Hintern Gasse als provisorisches Kloster. Denn rasch fanden sich einige junge Mädchen, die sich den „reformierten“ Schwestern anschliessen wollten. Vermutlich zog sie die unbürgerliche Strenge und die radikale Hingabe an ein gottverbundenes Leben an.
.Die Bevölkerung der Stadt Solothurn war gespalten. Die einen hielten treu zu den nützlichen und seit alters gewohnten Beginen. Geistig unterstützt wurden die Beginen von den ebenfalls alt eingesessenen Franziskanern, besonders vom Regionalobern Bishalm. Manche Mitglieder der Solothurner Regierung fanden es angemessener, die Reformbestrebungen des Konzils von Trient zu unterstützen. Der geistliche Führer der „reformierten Schwestern“ war der dazu offiziell beauftragte Gregorius Pfau, bestärkt von den Kapuzinern, ein Reformorden der Franziskaner. Sie hatten seit einigen Jahren ebenfalls ein Kloster in Solothurn. Die Auseinandersetzung ging so weit, dass jede Partei eine Delegation zum Papst nach Rom schickte. Im Grund ging es ja nicht nur um die verschiedene Lebensweise von zwei frommen Frauengemeinschaften, sondern um politische und weltanschauliche Meinungsverschiedenheiten, Der Konflikt wurde vorläufig durch einen Kompromissbeigelegt: Die Beginen sollten unter Leitung der Franziskaner ihr bisheriges Leben fortführen, aber keine Neuen mehr aufnehmen, ausgenommen vielleicht Witwen. Und die junge Gemeinschaft der Kapuzinerinnen durfte aus den eingebrachten Mitgiften vor der Stadt draussen ein Kloster bauen.