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 17. JH.
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KLOSTERBAU

Bau des Klosters 1615 /16

1615 zählte die neue Ordensgemeinschaft 11 Schwestern mit Gelübden auf Lebenszeit, vier Novizinnen und etliche Ordensaspirantinnen. Vor Ablegung der Gelübde mussten die Eltern der Klostergemeinschaft für ihre Tochter eine Mitgift bezahlen. Das war wie der Einkauf in eine Pensionskasse auf Lebenszeit. Auch bei einer Heirat hätten die Eltern als finanzielle Grundlage der Tochter eine Mitgift geben müssen. Der Klostereintritt kam billiger. Dank den Mitgiftkapitalien konnte man nun an den Bau eines Klosters denken.

Der kirchlich beauftragte Leiter der jungen Schwesterngemeinschaft der Chorherr Gregorius Pfau und der Guardian (=Obere) des Kapuzinerklosters suchten einen geeigneten Bauplatz vor den Stadtmauern. Sie wählten einen Platz zwischen Herrenweg und Unterer Steingrubenstrasse:
1. Weil das Wasser einer nahen Quelle leicht herzuleiten war und das Bauland westlich an den Stadtbach grenzte.
2. Wegen „des gesunden subtilen Luftes“. Offenbar war auch ohne Autos die Luft in den Stadtgassen nicht immer so frisch.
3. Weil der Ort nah genug der Stadt sei, um notfalls dorthin fliehen zu können, andererseits „allem Tumult der Landstrassen und weltlichen Spielplätzen fern“ und das Gerumpel der Karren vom nahen Steinbruch her nur tagsüber zu hören sei.
4. Das neue Kloster liege so am Weg, wenn „das gemeine Volk, sonderlich das weibliche Geschlecht zu den Vätteren Kapuzinern, nach Oberdorf, Sankt Verena, zum Berg Calvaria (= Kreuzen) und Sankt Niclaus wallfahre“.


Am 12. August 1615 wurde zwischen dem tüchtigen Baumeister Gregorio Büenckher und vier „edlen, ehrennotfesten, vornehmen und weisen“ Vertretern der Solothurner Regierung der Bauvertrag für das zu errichtende Kloster abgeschlossen.Den Bauplan hatte der Kapuzinerobere entworfen, zu zahlen hatten die Nonnen.

Im selben Herbst wurden die Baugruben ausgehoben und Kalk gebrannt. Den brauchte man im nächsten Jahr für Mörtel und Verputz.

Die Stadt Solothurn und das Land links der Aare gehörte damals zum Bistum Lausanne. Da dessen Bischof Johann von Wattenwyl gerade in der Nähe weilte, legte und segnete er am 10. Dezember 1615 den Grundstein zum Kloster.

Am 18. April 1616 begann der Bau: ein Gebäudegeviert um einen kleinen Innenhof, Erdgeschoss und 1. Stock mit dicken Bruchsteinmauern, darüber ein geräumiger Dachstock, aber noch ohne Kirche. Am 3. November 1616 war das Kloster bezugsbereit. Eine unglaubliche Leistung! Freilich waren im Haus keine Leitungen zu verlegen, auch keine Wasserleitungen. Im Freien draussen vor der Küche war ein immer fliessender Brunnen.

Leider konnten die Schwestern noch nicht in ihr neues Kloster einziehen. Es drohte Krieg durch den sogenannten Neuenburger Handel. Erst als der Zwist 1618 gütlich geregelt war, sind die Nonnen mit ihrem „Armütlein“ = dem bescheidenen Hausrat glücklich ins neue Kloster eingezogen. Zur grössern Sicherheit der Schwestern waren alle Fenster im Erdgeschoss solid vergittert.