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TÜRMLIBRAND

Der Türmlibrand von 1824

Gegen Mittag am 10. Juli 1824 schlug ein Blitz, in den kleinen Glockenturm auf der Klosterkirche und von da in die Kirche hinunter, ein. Den Brand des Seitenaltars hatten die Schwestern rasch gelöscht. Das Feuer im Turm liess sich mit Eimern nicht löschen. Als die städtische Feuerwehr eintraf, brannte der Turm schon lichterloh. Zum Glück war es windstill und hatte zu regnen begonnen. Durch das von der Feuerwehr geöffnete Klausurtor am Stadtbach an der Untern Steingrubenstrasse strömte mit der Feuerwehr eine Menge Leute ins Klausurgelände und ins Kloster. Das Feuerwehrreglement von 18?? bestimmte: geübte Männer bekämpften mit Schlauch-Feuerspritzen und Feuerhaken den Brand. Alle übrigen Erwachsenen und Kinder ab ?Jahren mussten auch löschen helfen. Männer schöpften mit Eimern Wasser aus dem gestauten Stadtbach und reichten sie einander weiter bis zum Brandherd oder zur Feuerspritze. Frauen und grössere Kinder reichten die leeren Eimer zurück bis zum Stadtbach. Weil dieser Brand eine Gelegenheit war, in den sonst streng verschlossenen, geheimnisvollen Klosterbezirk hereinzukommen, wimmelte es von Hilfskräften. Man befürchtete, die 400 kg schwere Glocke könnte aus dem brennenden Glockenstuhl durch das Gewölbe in die Kirche hinunterstürzen. Es gelang der Feuerwehr sie abzuhängen und auf den Estrichboden zu stellen. Mit Feuerhaken und Ketten wurde der brennende Turm übers Ziegeldach auf die Wiese neben dem Kloster herabgestürzt. Dort und am Dachfirst oben war nun der Brand ziemlich rasch gelöscht. Die hungrigen und vor allem durstigen Helfer verzehrten alle Vorräte des Klosters an Brot, Käse und Wein.
Seit ???? war in Solothurn die Gebäudebrandversicherung obligatorisch. Dass der neue Kirchturm von der Brandversicherung bezahlt werden musste, war klar. Aber die zersprungene Glocke durch eine neue ersetzen? Die Mehrheit entschied schliesslich, die Glocke gehöre zum Mobiliar, nicht zum Gebäude. Fürs sonst sehr einfache Mobiliar war das Kloster nicht versichert.